MOTORRAD hat immer wieder mal Spaß daran, Herausforderungen zu spektakulären Beschleunigungs-Duellen gegen ernsthafte Kontrahenten anzunehmen.
An Mr. Hayabusa hat sich die Redaktion stets "die Zähne" ausgebissen.

Ein weiterer Gegner mit Traumapotential war seit Längerem der VW Käfer von Thomas Kemp. Der unscheinbar wirkende Dragster-Wolf im Schafspelz gilt als nahezu unschlagbar auf der Viertelmeile; gegen ihn hatte MOTORRAD im ersten Duell mit einer V-MAX nicht gewinnen können.

In Ausgabe 18/2010 konnte Europas größtes Motorradmagazin endlich froh den Sieg verkünden. Sie hatten ihren besten Mann mit einer aufwendig vorbereiteten BMW 1000 RR ins Turnier geschickt - und den Überkäfer knapp deklassiert.

Als Motorradfahrer freuen wir uns mit der Redaktion über diesen Sieg und gratulieren herzlich, denn Kemps Käfer ist wirklich ein harter Knochen.

Jedoch für Mr. Hayabusa steht fest: DA GEHT NOCH MEHR! Und weil Elmar kein Sprüchbeutel ist (und auch keinen Spaß versteht, wenn jemand glaubt, in Sachen Beschleunigung die Rechnung ohne seine Hayabusas machen zu können) zog der Triumph von MOTORRAD eine sofortige offizielle
Herausforderung durch den "Herrn der Falken" nach sich. Hier der originale Text an MOTORRAD (vom 11.01. 2011):

Verbale Herausforderung; zu lesen mit einem gewissen Maß an Humor und satirischem Verständnis, was die Formulierungen anbelangt.

 

Mit gedachten Smileys hinter jedem zweiten Satz. Aber hundertprozentig ernst zu nehmen, was die Herausforderung an sich angeht:

 

"Wer Wind sät ..." - so haben Eure Kollegen seinerzeit getitelt, als die LKM-Hayabusa in MOTORRAD / Test + Technik Heft 17- 2008

getestet wurde.

 

Jetzt habt Ihr bei mir "Wind gesät", und zwar mit Eurem jüngsten Duell gegen den (bis dahin) als nahezu unschlagbar eingeschätzten

"Über-Käfer" von Thomas Kemp (MOTORRAD / Test + Technik Heft 18-2010). Freilich: Euer ganz persönliches Trauma habt Ihr nun erstmal siegreich therapieren können. (By the way - das hättet Ihr auch früher haben können, wenn Ihr mich auf den Dragster-Herbie angesetzt hättet.)

 

Aber gut - Ihr hattet Euren eigenen Kopf; so hat es eben etwas länger gedauert.

 

Und nun? Habt Ihr jetzt Ruhe? Könnt Ihr es Euch bequem machen auf den Lorbeeren?

Nicht wenn es nach mir geht, denn wie gesagt: Ihr habt Wind gesät und sollt nun den verdienten Sturm ernten. Weil Ihr nicht einmal daran gedacht habt, mich zum Turnier zu laden, obwohl ich doch in Sachen Beschleunigungsrekorde auf zwei straßenzugelassenen Rädern das Maß der Dinge bin. (Coverblattstory MOTORRAD / Test + Technik Heft 19- 2006) Zwickt es jetzt irgendwo unangenehm? Das müssen immer noch die Narben sein, die ich Euch zugefügt habe, wann immer Ihr gegen mich antreten wolltet.

 

Klingt, als wäre ich persönlich beleidigt? So ist es! Denn nebenbei bemerkt - Ihr wisst es vielleicht gar nicht - war ich der ursprüngliche

Herausforderer vom Thomas Kemp. Der hat gekniffen, wusste wohl warum und nahm lieber die neue Yamaha V-Max von Euch als Duell-Gegner.

 

Also werde ich nun, in Anlehnung an eine ebenso schöne wie sinnvolle Regelung aus dem Profiboxsport, den Sieger dieses Duells zur "Titelverteidigung" herausfordern.

Im Klartext: Ich schlage über die Viertelmeile Eure so liebevoll aufgemotzte BMW. Womit? Nein, nein - nicht mit einem Supersportler.

Mit einem Bike, dass MOTORRAD im oben zitierten Test so nannte: "... souveräner Untersatz fürs schnelle und gleichzeitig entspannte Überbrücken langer Distanzen ...". Ein Sporttourer. Die LKM-Hayabusa.

 

Nicht falsch verstehen: Dass die BMW momentan das Non plus Ultra unter den Superbikes ist, darüber herrscht Einigkeit. Dennoch - Eure Topzeiten im Sprintduell gegen den Kemp-Käfer beeindrucken mich nicht so sehr. Da geht noch was, wenn ihr mich fragt. Oder, um bei meinem Jargon aus früheren Herausforderungen zu bleiben: Ich mache (wieder) Eure Rekorde platt!

 

Ich kann förmlich riechen, wie unter Eurem so mühsam erarbeiteten Komfort jetzt die Angst hervorkriecht. Ihr wolltet ihn möglichst lange genießen, Euren "Ruhm". Und Euch vor allem die Wunden lecken nach all der Schmach. Und nun taucht es wieder auf - Euer eigentliches schlechtes Gewissen: Mr. Hayabusa.

 

Seid Ihr noch ein Männerblatt? Riecht es noch nach Benzin und Öl in Euren Redaktionen? Oder heißt Ihr eigentlich schon MOTORPOLITAN, und es schnuppert fein nach Parfüm aus Euren Laufwerken?

 

An mir soll es nicht liegen. Ich stehe bereit zum echten Zweikampf Bike gegen Bike (... ooops - habe ich da gerade gegähnt? Verzeihung.)

 

 

Mit freundlichen, sportlichen Grüßen,

 

Elmar Geulen

Von der Redaktion MOTORRAD kam übrigens noch keine Reaktion.

 

Das bedeutet aber nicht, dass die Jungs beim Motorpresse Verlag kneifen. Wahrscheinlich sind sie (wie übrigens die gesamte Motorradbranche) einfach noch nicht ganz aus dem verdienten "Winterschlaf" erwacht. Aufstehen, Freunde! – vielleicht könnt ihr Mr. Hayabusa diesmal schlagen. Aber einfach wird es nicht!

 

In jedem Falle wünscht das ganze Team von Mr. Hayabusa allen Mitarbeitern von MOTORRAD ein tolles Jahr 2011 - was wären wir ohne Euch.